Wer standardkonforme Webseiten baut will auch, dass sie nach den Regeln des W3C validieren. Bei Content-Management-Systemen (CMS) ist das nicht immer einfach. WordPress setzt beispielsweise Mikroformate in Form von Verweistexten in Links ein. Das ist grundsätzlich wünschenswert, unterstützen die semantischen Schnipsel doch die Strukturierung von HTML-Quellcode. Und die SEO-Experten schätzen sie, weil Mikroformate auch von Suchmaschinen ausgewertet werden können. Sie sind also ein Schritt in Richtung Menschen- und Maschinenlesbarkeit von Webseiten. Was Mikroformate genau sind, soll hier nicht weiter beschrieben werden. Wer sich dafür interessiert, findet bei Stefan Münz eine ausführliche, deutschsprachige Beschreibung.
Mikroformate im Artikelfuß
Das von WordPress in den Metazeilen von Artikeln verwendete "category" ist bislang jedenfalls nicht in den Katalog der in HTML5 erlaubten Bezeichnungen aufgenommen worden. Daher löst der Linkverweis rel="category tag" bei der Validierung eine Fehlermeldung aus. Da hilft erst mal nur, "category" zu eliminieren oder auf die Validierung in diesem Punkt zu pfeifen. Da die Verweise aus dem Core von WordPress kommen, ist es am besten, sie mit einem Filter in der functions.php zu überschreiben. Eine Lösung gibt es bei Whitney Krape. Allerdings muss die Funktion nicht gleich alles überschreiben. “tag” darf durchaus stehen bleiben, denn das ist erlaubt. Angepasst sieht das dann so aus:
// Filter für die functions.php
add_filter( 'the_category', 'add_nofollow_cat' );
function add_nofollow_cat( $text ) {
$text = str_replace('rel="category tag"', 'rel="tag"', $text); return $text;
}
Mikroformate in Bilderlinks
Auch die über die Mediathek importierten Bilder bringen einen Linkverweis mit, der nicht der Spezifikation entspricht. Das betrifft das Attribut "attachment". Hier liegt der Fall aber einfacher, denn den Linksverweis kann man nach Einfügen des Bildes einfach aus dem Quellcode löschen.
Mikroformate im Template
Viele Entwickler nutzen inzwischen Linkverweise in ihrem Template-Code. Aber auch Angaben wie "generator" oder "designer" sind in der Spezifikation nicht enthalten. Wer sein Template valide haben möchte, muss diese Linkattribute löschen. Was mir allerdings nicht einleuchtet: "trackback" geht nicht, "pingback" schon. Es macht aber wohl keinen Sinn, einer Trackback-URL einen Linkverweis mit "pingback" mitzugeben.
Social Bookmarks
Wer die Sexy Bookmarks von Shareaholic einsetzt, wird je nach Konfiguration auch hier einen Validierungsfehler ernten. Angemerkt wird die Notation des Open-Graph-Tags (OgTag) zum Teilen von Bildern bei Facebook und Google+. Die Entwickler empfehlen bis auf weiteres, OgTags zu deaktivieren. In den Shareaholic-Einstellungen unter Additional Buttons setzt man dazu die Option Include the Open Graph Tags? auf No.
Mit diesen Bearbeitungen sollte der Webauftritt validieren, vorausgesetzt Artikel und Seiten sind ebenfalls nach aktuellen Standards erfasst. Eigentlich ist es schade, dass so viele dieser semantischen Auszeichnungen in HTML5 nicht den Empfehlungen des W3C und der Microformat-Entwicklergruppe entsprechen. Da ist hoffentlich noch mehr zu erwarten, denn es gibt bereits einige Vorschläge zu weiteren Attributen. Es gilt, die Entwicklung von Mikroformaten für die Verwendung in HTML5 im Auge zu behalten, um die jetzt gelöschten Bezeichnungen zu gegebener Zeit wieder einzufügen oder zu ersetzen.

Pingback: pressecounter.de » Valides Wordpress