Websites blockieren – Individualisierung von Google-Trefferlisten

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Wer in den letzten Tagen mit Google nach einer Information suchte, eine Website aus der Trefferliste besuchte und wieder zur Trefferliste zurückkehrte, fand dort den Link „Alle Ergebnisse von www.website.xyz blockieren“ vor. Was nicht-routinierte Google-NutzerInnen (ja, die gibt es auch!) eher erstaunt / verschreckt, bietet für andere eher Vorteile: Bequem und praktisch lassen sich nun individuell solche Websites aus den Ergebnislisten herausfiltern, die als lästig oder unangenehm betrachtet werden. Einzige „Hürde“: Nur diejenigen können diese Funktion nutzen, die als angemeldete NutzerInnen surfen.
Auf den ersten Blick ist das eine tolle Sache. In den Trefferlisten nur noch das finden, was ich für gut halte, spart mir viel Zeit. Dennoch sehe ich diese Individualisierung eher kritisch. Bei der Auswahl der Seiten, die ich blockieren möchte, muss ich nämlich sicher sein, dass mir die Seite auch in Zukunft nichts Vernünftiges zu sagen hat, denn sie wird mir ja über eine Google-Suche nicht mehr angezeigt. Zwar kann ich die Blockierung jederzeit wieder aufheben. Das werde ich aber sicher erst dann tun, wenn mir auffällt, dass die dortigen Inhalte ja vielleicht doch wertvoll sind – aber dafür muss ich sie gefunden und besucht haben. Das geht in diesem Fall eigentlich nur noch über einen Link oder eine Empfehlung, aber nicht mehr über meine Trefferliste.
Der Trend bei Google, die Vorlieben der NutzerInnen bei der Anzeige von Trefferlisten zu berücksichtigen, ist schon seit längerer Zeit vorhanden: Mit dem Webprotokoll und seit diesem Jahr Google+ stehen neben den schon lange benutzten Tracking-Tools starke Funktionen dafür zur Verfügung. Google wird jedoch auch mit diesen Maßnahmen nicht verhindern können, dass geschickte Suchmaschinenoptimierer auch dubiose Projekte auf die erste Seite der Trefferlisten bringen können – die Seite, auf der sich die Mehrzahl der NutzerInnen ihre Informationen holen, ohne nach weiteren Ergebnissen zu suchen. Trefferlisten sind eben nicht wertneutral und unparteiisch – auch nicht, wenn die NutzerInnen daran mitwirken können.

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